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Ehemaliges St. Antonius Krankenhaus, heutige Hochschule, 2021
Foto: Henrik Schwarz

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St. Antonius Figur 2021
Foto: Henrik Schwarz

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St. Antonius Krankenhaus, Eingang 1941
Quelle: Slg. G. Rauschenbach

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Ehemaliges St. Antonius Krankenhaus

botschaftstour

Sie stehen vor dem Haupteingang des ehemaligen St. Antonius Krankenhauses. Sie erinnern sich an die Pizza Station beim Tour-Start? Dies ist das Krankenhaus gewesen, von welchem dort die Rede war. Schauen Sie sich die historische Tafel am Eingang gerne an.

Ursprünglich ein Krankenhaus, nach dem 2. Weltkrieg wurde der Gebäudekomplex zunächst von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) später vom sowjetischen Geheimdienst KGB genutzt. Von 1964 bis 1990 wurde von hier aus die DDR-Landwirtschaft vom Landwirtschaftsrat (dem späteren Ministerium für Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft) organisiert. 1990 wurde die Liegenschaft den Marienschwestern rückübertragen. Seit 1991 ist es die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin.

Die Geschichte des Gebäudes begann mit den Marienschwestern. Sie ließen von 1928 bis 1930 in Karlshorst ein Krankenhaus mit 300 Betten errichten. Der damalige päpstliche Nuntius in Deutschland, Orsenigo und der Kurator des Hauses Dr. Piontek weihten 1930 das Haus.

Die architektonische Gestaltung durch den Architekten F.A. Pollack zeigt noch heute Bauhauselemente, so dass es unter Denkmalschutz steht. Fast alle Sprossenfenster sowie die verschiedenfarbigen Fliesen der einzelnen Stockwerke sind erhalten. Von Bauhausklinker bis zur Bauplastik der Antoniusfigur als symbolischer Stützpfeiler an der Eingangsfront ist eine Vielzahl von besonderen architektonischen Details zu finden. Früher prangte am Hauptgebäude auch eine Uhr.

Mit dem heiligen St. Antonius wird Antonius von Padua verehrt. Er lebte von 1195 (Geburtsjahr nicht genau bekannt) bis 1231 und predigte in vielen Orten und Regionen der Welt. Das St. Antonius Krankenhaus ist in den ersten Jahren mit Prof. Dr. Paul Lazarus verbunden. Lazarus gilt als Pionier der modernen Radioonkologie. Es war sein Verdienst, dass sich das St. Antonius Krankenhaus zu einem der modernsten Krankenhäuser Deutschlands entwickelte: mit gedeckten Liegehallen, Bewegungs- und Terrainkuren sowie hygienischen Vorlesungen. 1933 wurde ihm als „Nichtarier“ die Lehrbefugnis und 1936 die Chefarztposition entzogen. 1937 emigrierte er in die Schweiz. Im Mai 1945 musste der Krankenhausbetrieb eingestellt werden: Das Krankenhaus lag im sowjetischen Sperrgebiet. Die Marienschwestern fanden im Hotel „Bad Bellevue“ in Friedrichshagen am Müggelsee eine neue Heimat.

Um zur nächsten Station zu kommen, folgen Sie der Köpenicker Allee in südlicher Richtung bis zur Rheinsteinstraße. Dabei kommen Sie auch an der Arberstraße vorbei. Im Haus an der Kreuzung Arberstraße Ecke Bodenmaiser Weg wohnte Ernst Wollweber, der direkte Vorgänger von Erich Mielke.